
Da bei der Adsorption ausschließlich physikalische Kräfte arbeiten, müssen die Trockenmittel entsprechend ideale physikalische Bedingungen aufweisen, damit diese Kräfte in Bewegung kommen. Erforderlich sind möglichst viele Hohlräume an allen inneren und äußeren Oberflächen des Trockenmittels. Daraus ergibt sich eine große Gesamtfläche, an der sich die Feuchte anreichern kann.
Adsorbtionsmittel wie Kieselgel oder Molekularsiebe lagern Wasserdampf durch physikalische Kräfte in eigenen Hohlräumen an deren inneren und äußeren Oberflächen an und binden damit die Feuchtigkeit.
Die Absorptionskapazität von Molekularsieben liegt bei ca. 20% des Gewichts und ist nicht abhängig von der Umgebungsfeuchte.
Bei Silica Gel hängt die Absorptionskapazität von der relativen Umgebungsfeuchte ab. Je höher die relative Feuchte (bis ca. 80%) desto höher die Aufnahmekapazität.
Der prozentuale Feuchteanteil des Trockenstoffes wird Restfeuchte genannt. Zur Bestimmung der Restfeuchte werden 5-10g Kieselgel in die Schale eines Moisture-Analizers eingewogen. Das Kieselgel wird bei einer Temperatur von 120°C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Die Gewichtsdifferenz entspricht dem Verlust an Feuchte und wird im Gerätedisplay angezeigt. Kieselgel hat eine zulässige Restfeuchte von 3%.*
Zur Bestimmung werden ca. 5g Molekularsiebe in einen tarierten Tiegel (Volumen ca. 30ml) auf 1mg genau eingewogen. Nach dem Einwiegen wird der Tiegel in einen auf 950°C vorgeheizten Muffelofen gestellt, in dem er eine Stunde bleibt. Danach wird er im Exsikkator auf Raumtemperatur abgekühlt und nach der Abkühlung zurückgewogen. Die Gewichtsdifferenz – in Prozent ausgedrückt – entspricht der Restfeuchte. Molekularsiebe haben eine zulässige Restfeuchte von 6 %.*
*(Aussage gemäß Fehlerbewertungsliste (FBL) für Kunststoff-Stopfen, Trockenkapseln und Aufsteckkappen Band 18; Edito Cantor Verlag – Aulendorf 1995)
Angaben für Mischungen aus Trockenmittel mit unterschiedlichen Feuchteaufnahmeverhalten werden von der Fehlerbewertungsliste (FBL) nicht vorgegeben. Wird der Test bei 950 °C im Muffelofen durchgeführt – analog Vorschrift der FBL für Feuchtetest an Molekularsieben – errechnen sich die zulässigen Maximalwerte aus dem prozentualen Anteil der Trockenmitteltype und den maximal zulässigen Feuchtevorgaben der FBL für diese Type.
Hierbei ist zu beachten, dass bei dieser Testmethode ca. 5 % gebundenes Wasser (Kristallwasser), bezogen auf den prozentualen Anteil, aus dem Silicagel entweichen. Dieser Anteil ist dem errechneten Maximalwert hinzuzurechnen oder von der ermittelten Gesamtfeuchte abzuziehen.